Pyrenäen mit dem Rennrad – Etappe 21

Port de Bales & Superbagnères

Erst seit 2006 ist der Port de Balès komplett auf beiden Seiten asphaltiert, so dass die Tour de France seit 2007 sechsmal zu Gast war. Mit 1755 m Höhe ist er ein echter Brocken, zumal er ab dem kleinen Dorf Mauléon-Barousse mit einer sanften Steigung beginnt und diese zum Ende hin deutlich zunimmt. Die letzten Kilometer auf der wenig befahrenen Passstraße sind schließlich die schönsten. Durchaus möglich, dass sich eine Kuh einfach mitten in den Weg stellt. Die Abfahrt, die in die Abfahrt des Col de Peyresourde bis Bagnères-de-Luchon übergeht, ist nicht minder schön. 

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Pyrenäen mit dem Rennrad – Etappe 19

Col de Beyrédes

Bei so klangvollen Pässen nördlich von Bagnéres-de-Bigorre wird der vierte Pass sehr gerne ignoriert. Es ist prestigeträchtiger, den Col du Tourmalet oder Col d‘Aspin bezwungen zu haben. Der Col de Beyrédes war noch nie im Programm der Tour de France. Spontan baue ich ihn in meine heutigen Planungen ein. Die Tour muss kurz sein, da ab der Mittagszeit Gewitter und Schauer angekündigt sind. 

Der erste Kilometer des kleinen Passes macht Lust auf mehr. Rechts von mir plätschert ein kleiner Wildbach. Der Weg führt durch dichten Wald. Kurze Passagen sind unbefestigt, aber ordentlich zu befahren. Dann legt die Steigung erheblich zu. In der Spitze quäle ich mich 18 Prozent hoch. Auf zwei Kilometer bleibt die Steigung deutlich zweistellig. Würde mir einer der Waldarbeiter seine Kettensäge reichen, würde ich mein Rad vermutlich in Stücke schneiden. 

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Pyrenäen mit dem Rennrad – Etappe 18

Die Königsetappe

3000 Höhenmeter stehen auf dem Programm. Mit Luz Ardiden und Col du Tourmalet sind gleich zwei Anstiege der höchsten Kategorie dabei, die regelmäßig im Programm der Tour de France zu finden sind. Beide beginnen in Luz-Saint-Sauveur nördlich von Lourdes. Bis dahin kann ich mich warm fahren über eine herrliche alte Bahntrasse, die mitten durch das Tal führt. Ab der Luz-Schlucht geht es stetig bergauf. Im quirligen Luz-Saint-Sauveur ist nach gut 50 Kilometern Zeit für einen Kaffee.

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Pyrenäen mit dem Rennrad – Etappe 17

Lac de Cap de Long

Wieder der Wechsel ins Nachbartal. Wieder ist Arreau Start und Ziel. Durch das hübsche Saint-Lary-Soulon geht es heute wieder in die Nähe der spanischen Grenze zum Lac de Cap de Long (2172 m). Die Sackgasse ist noch ein Geheimtipp. Weil sie mitten im Nationalpark Pyrenäen liegt, war sie nie Ziel der Tour de France. Vermutlich würde der Platz für die Tour-Karawane auch nicht ausreichen. 

Schilder mit Steigungsprozenten und Höhenangaben sucht man vergeblich.
Es wäre auch gar keine Zeit, sich mit Schildern zu beschäftigen. Zu spektakulär ist die Strecke, die im ersten Teil vorbei an einem tosenden Wildbach mit etlichen Wasserfällen führt. Das Wasser fließt so laut ins Tal, dass es alles übertönt. Der zweite Teil des Anstiegs ist ein Serpentinen-Festival. Unter anderem durchfahre ich die Lacets de Edelweiss, bis ich schließlich den See erreiche. Allein bin ich hier nicht. 

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Pyrenäen mit dem Rennrad – Etappe 15

Spanische Pyrenäen

Der Sonne hinterher geht es für zwei Tage nach Spanien auf die Südseite der Pyrenäen. Am Rande des Dorfes Escalona befindet sich der landschaftlich schön gelegene Campingplatz „Camping Valle Anisclo“ direkt an einem glasklaren Fluss. Baden ist sogar erlaubt. Leider steht der Profit deutlich im Vordergrund, weshalb der Campingplatz nicht zu empfehlen ist. Kaputte Sanitäranlagen, völlig überfüllte Stellplätze, keine Privatsphäre. Einzig Supermarkt, Restaurant und Rezeption sind vorzeigbar. Also schnell auf‘s Rad und raus in die grandiose Natur.

Die Etappe folgt hauptsächlich Nationalstraßen und führt zum Teil durch den sagenhaft schönen Ordesa-Nationalpark vorbei am Cañon de Añisclo, einer beeindruckenden Schlucht mit einigen Aussichtspunkten.

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Pyrenäen mit dem Rennrad – Etappe 14

Col de Val Louron-Azet

Gedanken kreisen am Vorabend. Nach Spanien rüber oder nicht? Packen oder Pizza holen? Besonders vielversprechend sieht es für die nächsten zwei Tage nicht aus. Regen, Gewitter mit Hagel. Aber was heißt das schon im Hochgebirge? Kann so kommen. Es kann aber auch die Sonne scheinen.

Der neue Tag startet. Nichts ist gepackt. Ich sitze um 10 Uhr im Auto. Café Creme in Arreau und dann den weniger bekannten Col de Val Louron-Azet befahren. Die ersten Kilometer entsprechen dem Anstieg zum Col de Peyresourde. Dann teilt sich die Straße. Vor ein paar Tagen ging es nach links, heute nach rechts in ein hübsches Tal mit wenig Verkehr. Der Pass erinnert auf den ersten Kilometern mit einigen Serpentinen an L‘Alpe d‘Huez. Ein Adler gleitet an mir vorbei, später einige Gleitschirmflieger. Dann wird es neblig und kühl. Auf der Passhöhe sind es noch 12 Grad. Im Vergleich dazu waren es vor einigen Tagen auf dem Col de Tourmalet – 600 Meter höher – 20 Grad. Hochgebirge. Rechne mit allen Wetterbedingungen. 

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Pyrenäen mit dem Rennrad – Etappe 13

Doppelpass

Heute stehen zwei Pässe auf dem Programm. Der Col d‘Aspin und die Hourquette d‘Ancizan.

Ich entscheide mich zu Beginn für den Col d‘Aspin, da ich den Anstieg vom Dorf Ancizan im Nachbartal hinauf auf den gleichnamigen zweiten Pass noch nicht kenne. Er soll anspruchsvoller sein als von der anderer Seite. Das kann ich nicht bestätigen, da die Steigung sehr gleichmäßig verläuft. Bis auf ein paar nette Ausblicke ins Tal führt der Anstieg hauptsächlich durch Wald. Das mag dem einen oder anderen Radfahrer weniger liegen. Einzige Abwechslung sind die Schilder nach jedem Kilometer, denen ich mich mal etwas detaillierter widmen möchte.

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Pyrenäen mit dem Rennrad – Etappe 12

Hautacam

In der Skistation südlich von Lourdes fiel dieses Jahr am 21. Juli die Vorentscheidung bei der Tour de France. Der Däne Jonas Vingegaard, späterer Gesamtsieger, gewann. Im Fahrzeug der Tourleitung rollte niemand Geringeres als der französische Präsident über die Ziellinie. Simon Geschke verlor sein Bergtrikot.

Zu gewinnen gab es für mich heute nichts. Es war schwül, wenn auch nicht mehr so heiß wie an den Vortagen. Dafür waren die Beine vom Vortag schwer. 

Der Anstieg nach Hautacam ist kein Spaziergang. Ein paar fiese Rampen über 10 Prozent waren zu überwinden und die Aussicht ins Tal war wegen des anstehenden Wetterwechsels leider auch nicht ganz so klar wie erhofft. 

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