Kuckuckstouren 2020

Schwarzwald statt Pyrenäen. Schauinsland (1.284 m) und Kandel (1.241 m) statt Col du Tourmalet.

Corona treibt im September die Infektionszahlen in Frankreich in die Höhe und mich bei hochsommerlichen Temperaturen auf die Gipfel des Hochschwarzwaldes. Legendäre französische Pässe fallen dieses Jahr aus, aber Höhenmeter lassen sich auch problemlos in Deutschlands südlichstem und höchstem Mittelgebirge sammeln. Aus dem Glottertal und dem Elztal unweit von Freiburg starte ich zu zahlreichen Touren in den mittleren und südlichen Schwarzwald. Auch Abstecher in den für seinen Weinanbau bekannten Kaiserstuhl und in die Universitätsstadt Freiburg dürfen in der Trainingswoche nicht fehlen.

Das Fazit: Herzlichkeit wurde in der Region Baden bzw. im Breisgau nicht erfunden. Vielleicht haben wir Rheinländer davon aber auch einfach zu viel. Die traumhaften Touren durch abgelegene Täler lassen Kritik aber schnell verfliegen. Und wer braucht Gastfreundlichkeit, wenn er am Kandel über 800 Höhenmeter auf einer Strecke von etwa 10 km mit einer Durchschnittssteigung von knapp 9 Prozent überwinden muss? Ein Berg, der sich vom Härtegrad nicht weit hinter L‘Alpe d‘Huez einordnen muss. Wo wir gerade bei Anstiegen sind. Der Schauinsland ist der Hausberg der Freiburger, beginnt er doch gleich hinter der hübschen Altstadt. Im Gegensatz zum Kandel lässt er sich gleichmäßiger fahren, was man nach einer rasanten Abfahrt vom Rinken (1.196 m) nicht behaupten kann, dessen Anstieg ab Oberried sicherlich zu meinen quälendsten Erfahrungen des Jahres 2020 zu zählen ist. 800 Höhenmeter auf fast 12 Kilometern, wobei der anspruchsvolle Abschnitt erst nach der Hälfte beginnt und fast durchgehend über 10 Prozent Steigung liegt, in den Spitzen bei 15 Prozent.
Das und der nicht asphaltierte, aber gut mit dem Rennrad befahrbare Forstweg kurz vor der Passhöhe geben dem Rinken etwas Wildes. Ein ungewöhnlicher Kontrast zum touristischen Titisee, den ich wenig später erreiche.

Die restlichen, nicht weniger anspruchsvollen Touren verlaufen überwiegend durch unbekannte Seitentäler, die die typischen Schwarzwaldhöfe mit der Zivilisation verbinden. Aber lassen wir doch einfach die Bilder erzählen, wie schön der Schwarzwald sein kann.

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