Pyrenäen mit dem Rennrad – Etappe 1 (Die Anfahrt)

Auf die Fresse, fertig, los!

Die Tour de France der Herren ist Geschichte. Die „Tour de France Femmes“ ist auf den gelben Schildern am Straßenrand bereits für das kommende Wochenende angekündigt. Erneut Straßensperren. Wer in Frankreich kein Herz für Radsportler hat, dürfte dieser Tage einen schweren Stand haben.

Ich bin auf dem Weg in die Pyrenäen. Die Vogesen liegen zwar nicht auf dem kürzesten Weg, La Planche des Belles Filles fehlt aber noch auf meiner To-Do-Liste. Und in Dänemark wollte ich meine Reise beim besten Willen nicht beginnen.

Mein Campingplatz kostet pro Nacht so viel wie ein Cappuccino mit Kuchen in einer durchschnittlichen Düsseldorfer Bäckerei. Herzlich Willkommen in Fresse im Département Haute-Saône am Rande der Vogesen. Ein Mini-Supermarkt. zwei kleine Campingplätze, eine historische Kirche und viel Ruhe. Mehr gibt es nicht zu erzählen über das 710 Einwohner zählende Dorf. Vermutlich sind diesen Monat mehr Rennradfahrer als Autos durch die Ortschaft gefahren, denn die Tour de France kam auch durch.

Jeder zweite Camper hat sein Rennrad dabei. Jedermänner/-frauen auf Tour nach der Tour. Die Einheimischen haben allerlei radsportlichen Krimskrams am Straßenrand belassen. Etwa für uns? Es motiviert jedenfalls vor dem Col de la Chevrere. Pässe in den Vogesen sind hartes Brot. 3,5 km größtenteils im zweistelligen Prozentbereich. Schön, dass Thibaut Pinot 2014 im Rahmen der Tour de France 11 Minuten 28 Sekunden benötigte. Ich gönne mir 20 Minuten und bin stellenweise gezwungen, Schlangenlinien zu fahren. Nach einer rasanten Abfahrt wartet bereits La Planche des Belles Filles. Eigentlich hätte man es französisch-deutsch „Belles-Fies“ nennen müssen. Schön fies jedenfalls ist das Finale. Wem das nicht reicht, der gibt sich dann einfach noch die Schotter-Passage und die finalen 24 Prozent Steigung nach La Super Planche des Belles Filles. Wo Kämna bei der Tour de France 2022 nach bravourösem Solo fast vom Rad fiel und auf den letzten 150 Metern von Vingegaard und Pogacar geschluckt wurde, verflucht der Hobbyfahrer sich, sein Hobby und sein Rad. Möglicherweise noch mehr. Probiert es mal aus! Vielleicht noch ein Tipp: Fahre das Schotterstück nicht im Wiegetritt. Dann verfluchst Du auch noch das Gewicht Deines Rades, dessen Hinterrad sofort durchdreht. 

Der Rest der Tour ist schnell erzählt. Die Orte sind im Gegensatz zum benachbarten Elsaß wenig attraktiv und bieten kaum Einkehrmöglichkeiten. Aber Anstiege sind ja bekanntlich wichtiger als hübsche Hausfassaden und Vorgärten.

Wohin die Tour de Flönz noch führt? Das weiß ich selbst noch nicht so genau. Ein paar Höhenmeter dürften aber noch dazukommen. Ein paar Berichte sowieso.

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